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Friedis

 

Durch Vermittlung unsere Gesellschaft können Jugendliche aus Deutschland ein freiwilliges soziales Jahr in Russland und junge Russen ein freiwilliges soziales Jahr in Deutschland ableisten.

Die Regelungen, die den sog.Zivildienst ersetzen, werden in Kürze hier vorgestellt.




Hier ist für alle Interessentinnen und Interessenten eine erste Kurz-Info zu Bewerbungen von Dr.Werner Strahl:

Liebe Bewerberin für ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ)!

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Nachfrage nach dem von uns angebotenen einjährigen
Dienst in unserer russischen Partnerstadt Nishnij Nowgorod.

Zum jetzigen Zeitpunkt leisten wieder vier Freiwillige diesen Dienst in sozialen Einrichtungen (Waisenhaus, Behindertenschule, Selbsthilfeeinrichtung für Behinderte) und bei der Betreuung Schwerbehinderter zu Hause. Inzwischen können wir stolz verkünden, das in den vergangenen 15 Jahren 50 junge Menschen ein Jahr mit uns in Russland waren und alle diese Herausforderung geschafft haben.
Voraussetzung dazu ist Neugier auf das neue Land, Mut, Hilfsbereitschaft, Freude an Zusammenarbeit mit Anderen, Gesundheit und Spaß am Schreiben (s.Berichte auf der Website). Von großem Vorteil sind russische Sprachkenntnisse !

Als kleine Organisation Essener Bürger können wir den Einsatz nur teilweise unterstützen und zwar pro Teilnehmer mit 1500 € und die Übernahme der Versicherungskosten von ca € 600.-- pro Jahr. So die Teilnehmer noch nicht 27 Jahre alt sind, bekommen sie noch ihr Kindergeld aus der Familienkasse.
Die Auswahl der Kandidaten erfolgt auf einem Vorstellungsnachmittag im Januar bei uns.
Wir laden dazu die Bewerber ein, die uns nach Einsendung Ihres Lebenslaufes und einer ausführlichen Begründung Ihres Wunsches am besten geeignet erscheinen. Leider müssen wir uns aus finanziellen Gründen auf 4 Friedis beschränken.
Die schriftliche Bewerbung (möglichst mit kleinem Passbild) muß uns bis Anfang Dezember vorliegen, wenn der Dienst im darauffolgenden Jahr angetreten werden soll.
Nach einem weitern Vorbereitungstreffen mit den Ausgewählten und Kontakten mit den Vorgängern erfolgt die Ausreise in den Monaten Juni bis Juli.. In Nishnij erfolgt die Einweisung durch noch dort arbeitenden Vorgängern vor Ort. Bei den z.Zt. bestehenden Problemen mit 1-Jahres-Visa helfen wir natürlich.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und sind für Ihre Nachfragen immer offen.

Mit freundlichen, friedlichen Grüßen i.A. des Vorstandes
Ihr Werner Strahl


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Es ist kaum zu glauben: unsere "neuen" für das freiwillige soziale Jehr in Nishnij Nowgorod sind schon wieder die "alten", denn das Auswahlgremium hat bereits
die "Neuen" für den Zeitraum 2011-2012 gefunden !!!

Und hier sind sie : ( von links) Oskar , Anna und Sophia,


Daniel und Katharina,
Brief von Katharina
Ein Winter in Russland
Nishnij Novgorod im Januar 2012

Der Schnee rieselt, rieselt und rieselt und es wird kontinuierlich kälter. Jeden Morgen kann ich das perfekt durchorganisierte
Schneeräumen beobachten und muss beim Überqueren der Straßen aufpassen, nicht von einem heran rutschenden Lada weggefegt zu werden.
So sieht er momentan aus, der russische Winter den ich hier während meines FSJs erlebe. Waren November und
Dezember zwar schneereich, aber verhältnismäßig mild, werde ich jetzt im Januar und Februar wohl kräftig mitbekommen,
was ein richtiger Winter ist. Bei dem Gedanken an die prophezeite, magische -30°C-Grenze und noch mehr Schnee bin ich
schon ganz aufgeregt. Wie fühlt sich das an? Merkt man ab einem gewissen Punkt überhaupt noch einen Temperaturunterschied?.
Hier schert sich darum aber so gut wie kein Russe mehr. Routiniert fahren die Lastwagen täglich den Schnee aus der Stadt und
die Frauen tragen ihre echten Pelzmäntel stolz durch die Straßen. So ein richtiger Winter hat ja auch Vorzüge.
Mit den kleinen Kindern, die ich in der Schule betreue, geht es jeden Tag raus auf den Schulhof, um die selbstgebaute Rodelbahn zu befahren.
Mit den Hightech-Schlitten der Kleinen, aber auch in großen Kartons oder auf Tüten sitzend ist das immer ein Riesenspaß. Beim Thema der Kinderwinterbekleidung scheinen die russischen Eltern hier jedoch ein Motto zu haben, dem Kind müssen möglichst viele,
dicke Schichten angezogen werden. So taten mir manche der Zwerge dann wirklich schon Leid, wenn sie nach zehn Minuten spielen
schon komplett nass geschwitzt waren und quasi vor Nässe ins frieren geraten sind. Man sollte doch meinen, dass die Russen
genügend Winter Zeit hatten, um sich auch über den Effekt von Bewegung im Schnee klar zu werden. Naja, so manche alte Gewohnheit und vermeintliche Weisheit fällt hier leider immer schwer zu überdenken und ich als deutsche Voluntärin werde da dann eigentlich
für meine Anmerkungen immer nur belächelt. Für eine spezielle Winteraktion brauche ich - mit Übereinstimmung der Russen -
aber nur sehr wenig Kleidung. Um genau zu sein, nur einen Bikini bzw. für die Jungs eine Badehose. Worum geht es?
Um das traditionelle Eisbaden am 19. Januar. Diese Tradition wollte ich unbedingt mitnehmen, wenn ich doch schon einen echten
russischen Winter erlebe. Man muss sich das jetzt so vorstellen: Am Abend des 19. Januars macht sich unsere kleine
deutsch-französisch-lettische Truppe in Begleitung unserer russischen Freunde Masha und Artem auf zu einem im Wald gelegenen See.
An diesem See ist es stockdunkel und es gibt absolut nichts, außer einem rechteckigen Loch in der Eisfläche und noch anderen wagemutigen Eisbadern.
Genau in dieses Loch führt eine glitschige, eisige Treppe. Als ich dieses Bild so betrachte, wird es mir doch schon ein bisschen unheimlich.
Ich will schließlich auch nicht ausrutschen und dann mit dem Kopf zu erst die wackelige Konstruktion hinab stürzen.
Aber ich nehme mir dieses Bad schon seit Wochen vor, also gibt es jetzt auch kein zurück mehr! Dem Vorbild der russischen Eisbader folgend,
stelle ich mich also an den Rand des Lochs und ziehe mich bei immerhin -11°C Außentemperatur bis auf die Badesachen komplett aus.
Jetzt geht es zitternd und bibbernd die eisige Treppe hinab. Ich tauche drei mal komplett im Wasser unter und krabble bereits wieder an
die Oberfläche. Hier erwarten mich meine Mitstreiter zum Glück schon mit Handtuch und trockenen Anziehsachen.
das Anziehen mit absolut tauben Händen und Füßen ist allerdings wohl der schwerste Teil dieses Unternehmens.
Der eigene Körper scheint einem vor Kälte nicht mehr gehorchen zu wollen. Meine Haare gefrieren innerhalb von Sekunden.
Mit diesen wilden Zacken am Kopf, sah ich wohl auch aus, wie ein Schneetroll. Das Verrückte ist, dass einem das Wasser im
Vergleich zur Luft ja schon richtig warm vorkommt und von daher das eigentliche Tauchen auch weniger schlimm ist,
als die folgende Abtrockne- und Anziehphase. Mit gegenseitiger Hilfe und Motivation ist dieser Abend jedoch ein
unvergessliches Erlebnis, auf das wir im anschließenden mit heißen Tee ausgiebig anstoßen können.
Für das nächste Jahr bin ich nach Landesglauben jetzt auch so abgehärtet, dass ich vor sämtlichen Erkrankungen erst mal sicher bin.
Somit habe ich für 2012 also nur die besten Aussichten!

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Brief von Sophia aus Nishnij Nowgorod, Ende Januar 2012

In Russland möchte ich kein Briefträger sein. Nein, wirklich nicht, danke. Dabei geht es nicht einmal um das Gehalt.
Dieses entspricht mit durchschnittlich 15 000 Rubel, umgerechnet etwa 370 Euro im Monat, dem normalen Gehalt eines Russen.
Es sei denn man gehört zu den wenigen glücklichen, die Erfolg im Business haben und zu Geld kamen, oft auch durch weniger durchsichtige Arbeiten. Doch die russische Allgemeinheit muss sich anders durchschlagen, zur Not mit mehreren Jobs.
Besonders beliebt sind dabei Nachtarbeiten, ob als Taxifahrer oder Restaurantaushilfe. Ein gutes Beispiel dafür gibt meine
Arbeitskollegin aus dem „Kindergarten für Kinder mit eingeschränkten Fähigkeiten“ ab. Wenn ihr Arbeitstag im Kindergarten
zu Ende ist, hat sie noch einiges vor, denn das Gehalt reicht einfach nicht aus. So arbeitet sie neben ihrem Studium noch als Kellnerin. An kurze Nächte ist sie gewöhnt.
Aber zurück zu dem Briefträger, oder besser, ich hole noch ein wenig weiter aus:
In Nizhny Novgorod gibt es eine Einrichtung der Caritas, die wie eine Suppenküche aufgebaut ist. Es ist eine Zuflucht für
Obdachlose, in der sie nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern auch medizinische Verpflegung erhalten können.
Keine Frage für uns Friedis, da helfen wir doch gerne mit aus. Meine Mit-Friedas Katharina und Anna waren bereits dort und
haben viel positives erzählt, bei mir hat es leider mit den Arbeitszeiten im Kindergarten nicht gepasst, sodass ich nicht mitkonnte.
Doch während der freien Tage, wäre es doch eine super Gelegenheit auch einmal dort anzupacken. Kurz entschlossen fahre ich los, Haltestelle herausgesucht, Handy in der Tasche und in arbeitsfreudiger Stimmung. Dann kommt die erste Hürde.
Ich finde die Straße nicht. Ich spreche unzählige Passanten an, bis ich endlich die richtige Straße gefunden habe.
Leider hört die Straße ganz plötzlich auf, bevor die richtige Hausnummer kommt. Ich rufe also bei meinen Friedas an und
lasse mir den Weg noch einmal erklären. Vergeblich. Ich suche und suche, gehe die Straßen auf und ab, frage immer
wieder verzweifelt neue Passanten, doch das Gebäude lässt sich nicht finden. Und die Caritas kennt in Russland natürlich auch keiner. Nach zwei Stunden in der eisigen Kälte und starkem Wind reicht es mir. Durchgefroren und enttäuscht suche ich mir eine
Haltestelle um nach Hause zu fahren. Mein Entschluss steht, ohne die anderen, werde ich die Einrichtung sicher nicht noch
einmal suchen. Zu meiner Erleichterung berichten sie mir von einer ähnlich schwierigen Suche. Hätten sie nicht die Hilfe eines jungen Mannes mit GPS-System auf dem Handy erhalten, sie hätten das Gebäude wohl auch nicht gefunden.
Ein ähnliches Erlebnis hatte ich vor einer Woche. Die Invalidin die ich betreue bat mich, Informationen für Behinderte bei einem ihrer Freunde abzuholen. Als Rollstuhlfahrerin auf den eisigen Straßen Russlands hat man keine Chance etwas selbst zu erledigen.
Aber dafür sind wir Friedis ja da. Ich mache mich also auf den Weg, mit Stadtkarte, Adresse und Haltestelle ausgerüstet.
Laut Karte dürfte die Straße nicht all zu weit entfernt sein. Wie auch bei meinem Erlebnis mit der Caritas finde ich die Straße schnell.
Doch dann beginnt das Problem. Die Hausnummern springen einfach von 60 auf 20 auf 90 und auf einmal stehe ich vor der
Nummer 50. Ich brauche aber Nummer 49. Ich sehe mich um, frage Passanten, selbst Kioskbesitzer, doch keiner
kann mir weiterhelfen. Ich darf aber nicht aufgeben, man erwartet mich. Und meine Invalidin Olga braucht die Informationen.
Kurz und gut, ich muss das Haus finden. In einer letzten verzweifelten Hoffnung überquere ich die Kreuzung, laut Karte ist
das bereits ein anderer Weg, biege in einen Hinterhof ein und siehe da, ich habe das Haus gefunden.
Ich bin erleichtert und stolz auf mich, es endlich geschafft zu haben. Doch mein Entschluss steht fest, in Russland werde ich kein Briefträger. Die Russen werden es mir danken, ihre Briefe würden sonst noch unpünktlicher kommen und meine Arbeit mit den Behinderten ist auch wichtiger und gefällt mir weitaus besser.
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Freiwilliges soziales Jahr in Essen

Liebe Freundinnen und Freunde!

Pünktlich seit dem 1.9. sind unsere beiden Freiwilligen Karina und Nikolay aus Nishnij angekommen.
Die Visa- und Finanzierungsprobleme sind gelöst, gutes Wetter hat sie empfangen. Sie wohnen in einer Vierer-WG,
die die evangelische Kirche angemietet hat. Sie haben zunächst ein Essener Monatsticket und
bekommen mit dem Studentenausweis ab dem 1. Okt. 11 das NRW-Ticket. Zum Studium sind sie bei
Prof. Bossong, Dekan der Geisteswisschenschaften für das Fach Sozialarbeit eingetragen.
Ihre SIM-Karte ist angemeldet, so daß sie auch telefonisch erreichbar sein werden.
Bitte nehmt doch, über das Jahr verteilt, alle mal Kontakt mit diesen sehr netten jungen Studenten auf.
Am Do, 9.9. werden sie auch beim Gesellschaftstreffen auf der Billebrinkhöhe dabei sein.
Ich verschwinde aus offiziellem Anlaß zur 20-jährigen Partnerschaftsfeier vom 8.-12.9. nach Nishnij und
wünsche allen Allhierbleibenden schöne Tage!
Herzlich
Euer Werner Strahl

Russische Freiwillige 2011-12 in Essen

1. Karina Antanesian, geb. 20.03.1990
hier: Curtiusstr. 1 45144 Essen-West
Hochparterre neben Eissporthalle
Tel. Festnetz in Wohnung 0201 8545010
Handy: 01578-5655885
e-mail: karinka.9090@rambler.ru
wird im Behindertenkindergarten arbeiten und nachmittags bei
einer älteren Dame helfen
gefördert vom Europäischen Freiwilligendienst 1.9.11-30.8.12
Studentin der Sozialwissenschaft im 4. Jahr Lubatschewski-Uni
Wird an hiesiger Uni (Prof. Bossong) Seminare machen

2. Nikolay Lukin geb. 10.04.91
hier: s.o.
Tel. s.o.
Handy : 01578-5655884
e-mail: nikolaylukin@mail.ru
wird in der Traugott-Weise-Schule für Behinderte arbeiten
gefördert vom neuen Bundesfreiwilligendienst+ unsere Gesells.
1.9.11-30.8.12
Student der Sozialwissenschaft im 3.Jahr.der Lubatsch. Uni.
Wird auch bei Prof. Bossong studieren.

Beide werden von der Uni einführende Deutschkurse machen (1x/Wo), zusätliche private Kontakte
auch zum Deutschlernen sind sehr erwünscht.
Karina ist vom 12.-29.9. auf einer Behindertenfreizeit und dann bei einem
Einführungskurs des Europäischen Freiwilligendienstes.

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